Hagen, Herdecke und Wetter planen Neues am Hengsteysee

Hagen, Herdecke und Wetter planen Neues am Hengsteysee

Seebürgermeister
Bürgermeisterrunde am Schiffswinkel – ganz vorne: Oberbürgermeister Erik Schulz.

Hagen, Herdecke und Wetter planen eine Zusammenarbeit, um die beiden Seen – Hengsteysee und Harkortsee – attraktiver zu gestalten.

Das Interessante an der Zusammenarbeit: Der Regionalverband Ruhr ist mit dabei. Er kann finanziell da aushelfen, wo die Stadt Hagen pleite ist.

 

Wenn man vom Haus Baukey bis zur Dortmunder Straße die beiden Hagener Seen entlangwandert, kann man schon mal Hunger bekommen. Aber eine Currywurst ist auf dieser Strecke nah am Ufer vom Harkortsee bis zum Hengsteysee praktisch nicht zu bekommen. Auch keine Toilette oder ein Tretboot.
Man könnte noch länger aufzählen, welche kleinen Dinge die Seen interessanter machen würden, die aber nicht da sind: ein Stück Rasen zum Sitzen am Ufer, ein Grillplatz, ein Kiosk am Stauwehr, wo unter der Woche hunderte Jogger ihren Rundkurs starten. Und das sind nur die kleinen Dinge.
Die Stadtchefs von Herdecke, Wetter und Hagen haben sich Ende Februar zusammengesetzt und gesagt: Das wollen wir ändern.

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Die Pläne für den Cargobeamer sind beerdigt worden. Die Fläche steht nun grundsätzlich für andere Dinge zur Verfügung.

Konkretes im Sinne von: „Das soll gebaut werden“ gab es zunächst nicht. Es gab eher ein Signal: Wir wollen das zusammen anpacken. Seit Jahrzehnten schlummern unsere Seen vor sich hin. Sie werden in Sonntagsereden gerne als Freizeitgebiet bezeichnet, aber: Mit einer fehlenden Curryurstbude fangen die Infrastrukturprobleme schon an.
Wenn das in Gang kommt, was Oberbürgermeister Erik Schulz, Herdeckes Bürgermeisterin Katia Strauss-Köster und Bürgermerister Frank Hasenberg aus Wetter da anstoßen, dann ist das schon ein Startsignal. Hagens Oberbürgermeister Erik Schulz: „Der thematische Kreis könnte sich um die Themen Natur, Geschichte, Freizeit drehen. Alle drei Städte haben eine Historie zu den Seen, wie etwa die Energiewirtschaft. Was wir konkret brauchen, sind manchmal Kleinigkeiten: Plätze, die zum Ausruhen einladen, vielleicht auch bessere Blickachsen zum Wasser – hier kann man einige Stellen am Ufer freischneiden. Und natürlich bleibt auch die Frage, wie kann man das Gelände nutzen, dass für den Cargobeamer nicht mehr benötigt wird.“
Ideen für die Seen gab es allerdings schon etliche – zuletzt im Jahr 2000, da wollte die „Initiative Ruhrtal“ im Grunde etwas ganz ähnliches erreichen. Davor gab es Gedanken an eine Regionale 2004 – alle paar Jahre wurde ein neues Projekt konstruiert, das dann nach einigen Diskussionen in sich zusammengesackt ist. Schulz räumt das im Prinzip ein, sagt aber dazu: „Wenn etwas einige male nicht geklappt hat heißt das ja nicht, dass man es nicht noch einmal versuchen kann.“

Zumindest ist Geld in Sicht, um Projekte auch finanzieren zu können.

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Auch Besichtigungstouren mit dem Schiff werden interessanter, wenn es etwas zu besichtigen gibt.

Bei der Bürgermeisterrunde war auch der Regionalverband in Person seiner Direktorin Karola Geiß-Netthövel vertreten. Die sagt: „Wir wollen da durchaus etwas machen.“

Und Anfang März hat der Regionalverband beschlossen, sich mit der „Metropole Ruhr“ bei der Internationalen Gartenschau 2027 zu bewerben.

Damit man das verstehen kann: Eine Gartenschau ist nichts anderes, als ein gigantisches Förderpaket. Einzelne Projekte in den teilnehmenden Regionen werden finanziell stark unterstützt. Und Hagen wäre nach dieser Definition Teil der „Metropole Ruhr“ – und Projekte an den Seen wären ausdrücklich erwünscht.

Die Internationale Gartenschau ist zwar erst 2027 – aber die Projekte dafür müssen schon im nächsten Jahr planungsfertig sein. Und Erik Schulz sagt, „In den nächsten Wochen und Monaten soll es weitere Gespräche geben, dann auch mit Planungsfachleuten: Was geht, was geht wie. Kleine Maßnahmen, eine Bank hier, ein Stück Ufer freischneiden da können innerhalb von ein paar Monaten bis einem Jahr passieren. Große Sachen wie: Was passiert mit dem Koepchenwerk? oder: Was wird aus der Cargobeamerfläche? brauchen dann bis etwa 2017, bis sie als Pläne existieren.“

Ralf Schaepe

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